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- 17. Juni bis 22. Juni 1997 -
Eigentlich sollte das eine Erholungsfahrt werden, doch es kam anders:
Dienstag, 17. Juni 1997 gegen 18.30 im Wiesbadener Hauptbahnhof: Am Service Point unter der Designeruhr trafen sich 21 Pfadis um nach Leipzig aufzubrechen. Der Zug nach Frankfurt fuhr pünktlich ab und kam dort auch pünktlich an. Doch dort ging das ersten Problem los: Wagen sieben vom EC nach Leipzig war verschwunden. Was tun? Glück gehabt, wir hatten Wagen sechs reserviert, aber wie bringt der Schaffner die Passagiere für Wagen sieben unter? Nachdem sich das Chaos aufgelöst hat, konnte es weiter gehen.
Kurz vor Mitternacht hatten wir die größte Baustelle, der Leipziger Hauptbahnhof, erreicht und uns gleich auf die Quartiersuche gemacht. Ah, der erste McDonalds wurde gesichtet und damit war der Tag gerettet.
Unser Quartier für diese Nacht war ein ehemaliges Stasi-Gebäude und ist 8 Stockwerke hoch. Nachdem wir uns durch den Irrgarten der Staatssicherheit durchgekämpft hatten, fanden wir zwei leere Zimmer zum Schlafen. Aber dafür war keine Zeit, denn als erste musste der McDonalds aufgesucht werden.
Am Mittwoch hatten wir zunächst Freizeit: In kleinen Gruppen testeten wir die Straßenbahn, die gleich zur S-Bahn aufgradiert wurde, und wir besuchten die Sehenswürdigkeiten sowie die Baustellen Leipzigs.
Allerdings mussten wir auch das Quartier wechseln. Das neue Quartier war eine Berufsschule für Bautechnik mit einer wunderbaren Alarmanlage: Der Parkettboden war so alt, dass er bei jedem Schritt laut knarrschte.
Mit zahlreichen Eröffnungsgottestdiensten am Abend wurde der Kirchentag eröffnet und das S-Bahnnetz brach zum ersten Male zusammen, weil die Züge vor dem Hauptbahnhof sich stauten.
Um 21 Uhr gab es in der alten Messe die Einweisung
zum Fahrradverleih, danach folgte die Helfereröffnung. Leider ohne Bananen
und (zum Glück) ohne Jürgen Fliege, was der Stimmung nichts antat.
Am Donnerstag hieß es früh aufstehen,
weil wir die Frühschicht hatten und den Stand erst mal aufbauen durften.
Gegen 10 Uhr ging es dann so richtig los, die ersten Fahrräder wurden
verliehen. Um 13.30 Uhr kam die Wachablösung. Viele sind danach entweder
in die Messehallen gestürzt oder irgendwo im Gewühl Leipzigs versunken.
Einige gingen ins Schwimmbad. Dazu musste erst mal die Badekleidung gekauft
werden. Frau hatte sich für das DDR Einheitsmuster entschieden.
Am Abend war dann "Eternal Rave" angesagt. In
einer Messehalle wurden Lautsprechertürme aufgebaut, dazu kam Nebel
und eine Lichtschow. Mehrere DJs haben dann christliche BPMs aufgelegt, was
aber den Ravern wohl egal war.
Alternativ gab es in der Halle 20 der alten Messe ein super Rockkonzert.
Für den Freitag war erst mal ausschlafen angesagt, weil viele Helfer in eine der vielen Kneipen Leipzigs bis zur Sperrstunde oder später ausgehalten hatten. Zum Mittag mussten wir wieder zum Dienst antreten und wir verliehen wieder fleißig die Velos.
Die Party musste weitergehen, aber vorher gab es noch etwas Kultur: Vor gut 10.000 Besuchern in der Halle 2 der neuen Messe gab Gerhard Schöne zwei Stunden lang ein fantastisches Konzert und nach fünf Zugaben wollte das Publikum einfach nicht gehen. Danach hatten wir wieder die Kneipen Leipzigs getestet und landeten bei der "Vielweiberei", die moderne Kneipe, bei der Notizzettel durch ein Laptop ersetzt wurde. (Die Abrechnung kam aber nach meinen Gefühl nicht schneller)
Am Samstag, gegen 19.00 Uhr sollten die 250
Fahrräder verkauft werden, aber es gab ein kleines Problem: Alle
Fahrräder waren Verliehen! Trotz strömenden Regens standen die
Leute schon ein Stunde vorher Schlange. Nach und nach trudelten die
Fahräder ein, aber die Leiher wollten sie dann auch gleich kaufen. Nun,
das fand die Schlange nicht sehr fair, aber uns war das egal. Gegen 23.00
Uhr war der Stand abgebaut und in den LKW verladen. Dann ging es zur
Fahradverleihzentrale in der alten Messe, um dort die Abschlussparty zu feiern.
Bei Kuchen, Eis, Pizza und den üblichen Getränken ging es nonstop
bis 6 Uhr.
Am Sonntag um 6 Uhr war es Zeit für das Aufstehen, sofern man sich für ein paar Minuten hingelegt hatte. Der Abschlussgottesdienst im Leipziger Zentralstadion ruft. Wir hatten gleich zwei Aufgaben: 1. im Block vier die Plätze für die Presse freizuhalten und 2. Lunchpakete nach der Veranstaltung an die Helfer zu verteilen.
Was beim Gottesdienst abging, war von den meisten von uns wegen der Müdigkeit nicht mehr wahrgenommen worden.
Gegen 13.30 Uhr ging es dann zum Hauptbahnhof, denn unser Zug nach Frankfurt wartete. Die Heimreise verlief ohne Probleme, da alle schliefen. Um 19.30 Uhr waren wir, völlig übermüdet und erschöpft, in Wiesbaden angekommen, wo wir wie die Helden empfangen wurden. Ausschlafen war dann angesagt.
Marc Forkmann