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2. überbündisches Lager in Born

- 19. bis 22. März 1998 -

Essen (6.kB)Das zweite überbündische Lager begann am Donnerstagabend mit dem Aufbauen der Zelte und einen großen Wiedersehen "alter" Freunde. Wie auch beim letzten Mal gab es von jeder Gruppe einen Essensplan, in den man sich eintragen konnte. So musste man nicht unbedingt in der eigenen Gruppe essen und man kam sich schon mal ein wenig näher.

Am Freitag Abend gab es ein Geländespiel: Doch es hatte am Morgen geschneit (mit richtig dicken Flocken !) und um 17:00 Uhr, als das Spiel beginnen sollte, regnete es und es war kalt. Ich war zu diesem Zeitpunkt an einem Punkt angelangt, wo ich am liebsten alles hätte hinschmeißen wollen. Na ja, wir also ein paar Lunchbrote gemacht und uns aufgerafft. Wir sollten zu einem bestimmten Punkt auf der Karte gehen, dort ein Feuer entfachen und auf einen von insgesamt 5 Instrukteuren warten. Dieser sollte uns dann das Spiel erklären. Beim Feuer sollte dann später immer mindestens einer bleiben, während die anderen die Aufgaben des Spiels erfüllen sollten. Diese hatten wir uns kurz zuvor über einen Zettel mit lauter "Rollenspiel-Namen" (wie z.B. Ratibor oder noch extravagantere Namen) in de Kopp gezoge.

So weit so gut. Doch laut Karte sollten wir an einer Wiese entlang gehen, doch unser Weg führte uns immer weiter von der Wiese weg (?!?! ). Dann trafen wir zufällig auf das Feuer einer anderen Gruppe, bei dem auch ein Instrukteur saß. Dieser erzählte uns 'n büschn was und wir gingen weiter des Wegs. Kurz darauf fanden wir zufällig unseren Platz. Wir machten ein Feuer und warteten, und warteten, und warteten... eine Stunde lang ! Eine andere Gruppe hatte, wie wir später erfuhren, ihr Feuer direkt an einer Bundesstraße machen müssen, was später beinnahe Ärger mit der Polizei und Feuerwehr gegeben hätte. Na ja, aber wir hatten uns nach einer Stunde gesagt: "Das kann's nicht sein !". Wir hatten den Entschluss gefasst, zurück zum Lager zu gehen. Doch auf dem Weg dorthin (wir gingen diesmal so, wie wir eigentlich hätten zu unserem Platz gelangen sollen) trafen wir auf ein paar weitere Instrukteure. Wir erkannten, dass der Weg, der auf der Karte so ähnlich groß wie eine Schnellstraße eingezeichnet war, nur ein ganz kleiner Trampelpfad war, der leider dummerweise von Dornenranken zugewachsen war. Ich bin auf diesem Weg, der an der Wiese (die mehr Sumpf ist) vorbeiführte, von der ich zu Beginn dieses Absatzes erzählte, in ein kaltes, nasses Schlammloch getreten... grrr... Nun gut, um auf die 2 Instrukteure zurückzukommen: Wir merkten, dass sie selbst nicht so genau wussten, was eigentlich in dem Spiel abgehen sollte. Sie hatten auch dummerweise keine Karte von den Orten bekommen, wo die einzelnen 10 Gruppen ihre Feuer machen sollten. Nun gut, sie versuchten uns also das Spiel zu erklären. Und als wir es in 10 Minuten so allmählich verstanden hatten, waren wir noch unschlüssig, ob wir weiterspielen- oder zurück ins Lager gehen sollten. Denn es war dunkel, das Spiel war undurchschaubar und so gut wie unmöglich zu lösen (da man durch bestimmte Spielchen eine bestimmte Gruppe und einen ganz bestimmten Instrukteur hätte finden sollen, wobei man sich natürlich in dem verhältnismäßig großen Spielgebiet natürlich nicht hätte aneinander vorbeilaufen können ! ) und wir waren durch Kälte und Regen auch nicht sooo motiviert. Aber wir konnten uns dann aufgrund von 2 SEHR motivierten Mädels dazu aufraffen, doch weiterzuspielen. Aber kaum waren wir wieder bei dem Feuer der Gruppe angelangt, die wir als allererstes trafen, kamen ein paar Leutchen des Wegs und es hieß, dass Spiel sei vorüber ! Na ja das kam uns natürlich nich gerade so ganz ungelegen... Alles in allem wäre das Spiel sicher nicht ganz schlecht gewesen, aber dazu hätte es hell, wärmer und vorher und besser erklärt werden müssen.

Am Samstag Abend gab es ein Spiel, dass man wohl spaßige Vergewohltätigung nennen könnte. Man stelle sich vor: Männlein und Weiblein stehen in einem Kreis. Da wir mehr Männer waren, bekamen wir Zahlen, die Mädels bekamen Buchstaben zugeordnet. Nun saß z.B. ein Mann in die Mitte und es fiel (verbal) die Kombination A-1. Jetzt musste Frau A versuchen, den Mann in der Mitte zu küssen. Und Mann 1 mußte sie davon abhalten versuchen, indem er sie küssen mußte. Doch die Frauen warfen sich auf die Männer, es war geil. Manche Männer wollten sich auch partout nicht küssen lassen, indem sie dann halt ihren Kopf in die Schlammwiese eingruben und die Mädels enttäuscht von dannen zogen. Einmal saß ein sehr... nettes Mädel in der Mitte und ich dachte so im geheimen, jetzt könne ja mal meine Nummer fallen... Und prompt (!) fiel meine Nummer ! Tja... Ein anderes Mal wusste ein Mann nicht, wen er küssen sollte, da sein Kontrahent ein langhaarischer Bombelescher war und in der Mitte ebenfalls eine langhaarige Dame saß.

Faulenzen (6.7 kB)Es gab auch sogenannte IG's (Interessengemeinschaften), in die man sich nach Herzenslust und Laune einwählen konnte: Speerbau und -Kampf, Schablonenbau, Buchbinden, u.s.w. Letztes Jahr gab es ja sogar eine Massage-, Verwöhn- und Meditations-IG.

Am Sonntag morgen gab es eine kleine Vorführung mit kleinen Sockenpuppen. D.h. es wurde ein schwarzes Tuch gespannt, in welches Löcher gemacht waren. Durch diese steckten die Schauspieler ihre Hände, über die sie Socken gestülpt hatten. Diese sahen durch aufgenähte Knöpfe aus, wie Gesichter. Und diese Puppen spielten zur Musik eines 30 x 5 x 5 cm kleinen Kassettenrekorders.

Dann gab es noch einen Jungen, der machmal recht fit war, manchmal aber auch das kleine, unselbständige Bübchen war ( <wein> <flenn> "Der hat rotbrauner Bettvorleger zu mir gesagt"...): Bei der Rückfahrt (nach Wiesbaden (Anm. der Red.)), ich fuhr den VW-Bus mit 6 Leuten und dem zusätzlichen Gepäck der 15 Radfahrer, hatte sich der Junge ein Pflaster auf seinen Mund geklebt. Das sah aus, wie auf der Plakatwerbung, wo traurige Kinder zu sehen sind: "Wegen mangelnder Zuneigung außer Betrieb". Oder als hätten wir ihm Redeverbot erteilt. Oder als hätte er ein paar eingeschwenkt bekommen. Doch er hatte sich das Pflaster selbst draufgemacht, weil er wohl eine Entzündung am Mund hatte. In Wiesbaden angekommen (wir waren etwa 'ne halbe Stunde früher da, als wir den Eltern gesagt hatten), fragten wir den Jungen, wann er denn abgeholt werden würde. Er: "..." (kleinlaut) "weiß nicht". "Möchtest Du nicht daheim anrufen ?" "Weiß nicht..." "Warum hast Du denn vorhin nicht daheim angerufen ?" (Kleinlaut) "Ich hab' doch keine Telefonkarte und kein Geld..." Nachdem wir ihn dann dazu überreden konnten, rief er daheim an. Doch er wusste, dass niemand daheim sein würde und seine Mutter woanders war. Er hatte die Telefonnummer, doch er hatte >>daheim<< nicht mit >>Mutter<< in Verbindung bringen können. Und so stand er dann nur da und meinte: (sehr Kleinlaut) "die Telefonkarte ist kaputt..." "Möchtest Du nicht eine andere haben (Kleinlaut) "Weiß nicht..." Als wir ihn dann wiederum dazu überreden konnten, bei der anderen Nummer anzurufen, war dann alles geklärt: Seine Mutter wollte kommen und ihn abholen....

Spuelen (4 kB)Na ja. Alles in allem war es doch wieder ganz nett. Als ich was zu Essen hatte und die Gemeinschaft genießen konnte ging's mir wieder gut. Aber ich habe 'nen riesen Sonnebrand, als wäre ich 2 Wochen bei 30°C Hitze im Urlaub gewesen. Doch wir hatten nachts Temperaturen um -5°C ("Ei, warum schwimmen denn da Eiswürfel auf dem Spülwasser ?") und Tagsüber schneite oder regnete es, bis auf ein paar Ausnahmen. Aber wenn man den ganzen Tag draußen ist, bekommt man ja auch durch Wolken einen Sonnenbrand !

Andreas Gürten

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Stand: 11. Okt 1998 // Schinderhannes online / Übersicht / Erinnerungen / erinn-11.htm -