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Mit einem Bundeslager, welches
unter dem Motto "... und sie dreht sich doch!" stand, feierte der Verband
Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder sein 25 jähriges Bestehen.
Vor den Toren Rheinsberg, etwa 80 km nordöstlich von Berlin, fand vom
30. Juli bis zum 8. August 1998 ein mittelalterliches Spektakel mit rund
6000 Pfadfindern aus Deutschland und gut 20 anderem Ländern wie z. B.
Israel, Kroatien, Norwegen, Schweden, England, der Türkei, Finnland,
Kanada, Litauen, Österreich und der Schweiz statt.
Dorthin sind die mittelalterlich gekleideten Pfadfinder geflüchtet,
weil ihnen Zuhause die schwarze Pest drohte. Zum Glück wurden sie,
während der feierlichen Eröffnungsveranstaltung vom Landesvater
und Ministerpräsidenten Manfred Stolpe, freundlich aufgenommen.
Von nun an galt es, aus den sieben
Teillagern der Renaissance eine neue mittelalterliche Stadt mit der gesamten
Infrastruktur aufzubauen. Natürlich durfte der Marktplatz, die Kirche,
ein Kloster, ein Schloss, eine Universität und die Dorfschenken nicht
fehlen. Deshalb machten sich die Bauern, die Handwerker aller Art, aber auch
der Klerus und das Edelvolk an die Arbeit. Zur Erholung standen Pilgerfahrten
in die nähere Umgebung, aber auch nach Rostock, Berlin und Polen auf
dem Programm.
Am großen
Markttag war auch die Bevölkerung aus Rheinsberg und der Umgebung
eingeladen. Angeboten wurden auf dem Kirchplatz selbst hergestelltes Marzipan,
Schmalzstullen, aber auch seltsame Getränke mit geheimnisvollen Namen
wie Hexenblut, Krötengruze und Feuerbrunst. Die ausländischen
Stände verkauften Spezialitäten und Schmuck aus der Heimat wie
selbst gebastelten Schmuck aus Palästina, finnische Eierkuchen oder
original englischen Tee. Dazu kamen noch Henna-Tattoos, Lederdruck und
Düfte herstellen.
Während des gesamten
Lagers lief eine weitere Veranstaltung, welches in ein durch Strohballen
gut abgeschirmtes Zelt stattfand. Dort fand der Weltrekordversuch in Dauersingen
statt. Weil nach einer Anfrage beim Guiness Buch der Rekorde so ein Rekord
noch nicht gegeben hatte, war der Eintrag sicher. Damit aber dieser Rekord
nicht so schnell gebrochen wird, wurde die Latte auf 200 Stunden
vorgelegt.
Fotos von Maggi Wegener und Konrad Erb