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3. überbündisches Lager

- 11. bis 14. März 1999 -

Das Lager ging wieder 4 Tage, so dass genug Zeit blieb, für Spiel, Spaß, Gesang und Erholung. Es nahmen ca. 100 Leute aus 10 verschiedenen Pfadfinder-Bünden Wiesbadens daran teil.

Bereits am Donnerstag wurde von jeweils 2 Leuten aus jedem Bund die große Versammlungsjurte aufgebaut. Diese bestand - wie jedes Jahr - aus 3 aneinander hängenden Jurten, die von einem zentralen Mittelgestänge ausgingen und deren Dächer mit Seilzügen hochgezogen wurden.

Am Freitag waren nach dem Frühstück erst mal ein paar IG's angesagt. So gab es z.B. Fahnenbau (die für das Geländespiel am nächsten Tag benötigt wurden); Kochen (durchaus sinnig, denn der Mittag stand an und es sollte zentrale Verpflegung für alle geben); Bambus-Glockenspiele und einiges mehr.

Dann habe ich mich erst mal in die Sonne gefläzt und die warmen Temperaturen des Frühlings genossen.

Für das Mittagessen war jedoch der große Topf und die Zutaten vergessen worden, so dass ich ihn erst mal mit jemandem zusammen holen gefahren bin. Dann haben wir sprichwörtlich "PI mal Daumen" ausgerechnet, wie viel wohl in den Topf passt: "3 Liter ? Eher zu wenig... 300 Liter ? Eher zu viel..." Schließlich kamen wir zu

der Erkenntnis, dass der Topf wohl 80 Liter fassen würde (er war immerhin 60 cm im Durchmesser und noch mal so hoch). So füllten wir ihn dann mit 40 Liter Wasser und kochten eine tolle Gemüsesuppe mit Karotten, Zwiebeln, Knoblauch und vielem mehr. Nach dem ersten Abschmecken stellten wir fest, dass vielleicht noch eine Prise Gewürz fehle. Was ist aber eine Prise bei einem solch großen Topf ? Also noch mal 10 Brühwürfel...!

Abends gab es dann einen Singewettstreit in der großen Jurte. Die Vorschläge waren: "In the jungle" - u.a. sogar gegrölt / gekreischt in der Black-Metal-Version (dessen Interpreten auch gewonnen haben); "Foggy Dew" mit Flöte; ein Lied mit Panflötenbegleitung; "Nürnberg" und noch ein weiteres Lied.

Zum Abendessen konnte man sich wieder in Listen eintragen und auf diese Weise leicht in Kontakt mit anderen Bünden kommen. Das Essen boten die einzelnen Bünde an und sie hatten jeweils so viel dabei, wie sie "Sipplinge", also Teilnehmer dabei hatten.

Samstag war von 12 - 18 Uhr ein Geländespiel angesagt. Es ging um Geld und um Handeln. Als Länder waren Streckenposten aufgestellt in "humanem" Abstand zueinander. Man musste also nicht zig Kilometer laufen, um zum nächsten Streckenposten zu gelangen. So gab es z.B. Legale und Illegale Exportwaren. Legale Exportwaren, z.B. in Amerika, waren Cola und Computer und illegal waren z.B. Praktikantinnen !!! Das Geld lag in Form von Scheinen vor, auf denen die Köpfe der Spielleiter abgedruckt waren. Es gab eine Zentralbank und den Schwarzmarkt, die über ein 40 Jahre altes, aber funktionstüchtiges Feldtelefon in Kontakt standen !!!

Leider gab es auf dem Geländespiel für manche Gruppen etwas wenig zu essen. So gab es dann halt nur eine hauchdünne Scheibe Brot mit einer hauchdünnen Scheibe Käse und einen halben Liter Tee für 7 Leute bei manchen Gruppen !!! Aber es hat trotzdem - oder gerade deshalb - großen Spaß gemacht.

Am Samstag abend gab es dann eine Siegerehrung mit tollen pyrotechnischen und akustischen Effekten.

Am Sonntag morgen ging die "Müllkette" über die Wiese und der Abbau der Zelte sehr schnell von statten. Denn Pfadfinder hinterlassen ja einen Zeltplatz stets besser, als sie ihn vorgefunden haben.

Schön sind an solchen Lagern immer die unkomplizierten Leute, das harmonische Miteinander.

Kurzum kamen alle zu der Erkenntnis: "Bis nächstes Jahr..."

Andreas Gürten

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Stand: 18. Mär 1999 // Schinderhannes online / Übersicht / Erinnerungen / erinn-20.htm -