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Taunusstein (ru) Die Natur entdecken, Gemeinschaft erleben und Verantwortung für sich und andere tragen - so lauten die Grundgedanken der Arbeit des Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Mit offenen Augen durch die Welt gehen, sich auf wesentliche Werte besinnen und helfen, wo es nötig ist, ganz nach dem traditionellen Pfadfindermotto "und jeden Tag eine gute Tat." Doch wie genau stellt man das eigentlich an, und was machen Pfadfinder, wenn sie sich treffen? Eine Antwort auf diese Frage gab es am Samstag zum "Tag der offenen Jurte" auf dem Pfadfinderzeltplatz zwischen Watzhahn und Born.
Dorthin hatten der Taunussteiner Stamm "Schinderhannes" und der Stamm "Robin Hood" aus Bad Schwalbach, beide Ortsgruppen des VCP, eingeladen, die Arbeit der Pfadfinder einmal hautnah kennen zu lernen. Nachdem die Taunussteiner diese Aktion im vergangenen Jahr mit großen Erfolg ins Leben gerufen hatten, hat sich die Ortsgruppe diesmal mit ihrem benachbarten Stamm zusammengetan.
Umgeben von jungen Pfadfindern im Klufthemd, den würzigen Rauch von Lagerfeuer und Stockbrot in der Nase und ringsherum die freie Natur, nahmen die Besucher dann einen authentischen Eindruck mit nach Hause. In großen Gemeinschaftszelten gab es jede Menge Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch, Raum für alle neugierigen Fragen und viel Zeit für Gemütlichkeit am Feuer. Am Abend erschienen auch befreundete Stämme aus der Region und anderen Verbänden , um mit ihren Kameraden zu singen und zu feiern.
Hintergrund dieses Tages war in erster Linie die Selbstdarstellung von ortsansässigen Pfadfinder. "Wir möchten den Eltern einmal direkt in der Natur zeigen, wie ein Lager funktioniert", erklärt der Taunussteiner Sippen- und Stammesführer Björn Bernstein. Zwar veranstalten die Stämme auch Elternabende, doch wie Bernstein aus Erfahrung weiß, ist der Eindruck aus Erzählungen und Bildern eben doch weniger intensiv. "Im letzten Jahr waren viele Eltern unserer Arbeit sehr begeistert, und auch wir haben anschließend auch einige Neuzuwächse bekommen", berichtete Bernstein. Da die Gemeinschaft ein zentrales Element der Pfadfinder-Arbeit ist, spielt der Kontakt zu den Kammerden aus den anderen Regionen eine wichtige Rolle. So fahren die beiden Stämme im Sommer nach Luxemburg, um an dem hessischen Landeslager teilzunehmen.
Der Taunussteiner Stamm besteht inzwischen seit 40 Jahren und hat mit 140 Mitgliedern eine beachtliche Größe. Dabei ist das Interesse bei den Mädchen ebenso so stark vorhanden, wie bei den Jungen. "Erst vor zwei Monaten haben wir eine weitere Mädchensippe eröffnet", so Bernstein.
Auch regional gesehen ist die Pfadfinderarbeit sehr verbreitet: "Von den sechs Regionen in Hessen hat das Rhein-Main-Gebiet die meisten Mitglieder", berichtete Bernstein.
Mareike Russler (erschienen im Wiesbadener Kurier am 30. April 2001. Wir danken Verlag und Redaktion für die freundliche Abdruckgenehmigung.)