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12. und 13. Juni 2001
Montags Morgens kurz vor 10 Uhr fand im BdP-Heim zu Frankfurt eine Krisensitzung am Frühstückstisch statt: "Wird es anfangen zu Regnen oder nicht?" war das beherrschende Thema. Unser hauptamtlicher Krisenmanager Jakob aus dem Landesbüro und wohnhafter Frankfurter wusste trotzt intensiven Radiohören keine Antwort. Doch pünktlich zur Abfahrt zum Rothschildpark öffnete Petrus alle seine verfügbaren Schleusen und das Gewitter wurde von sintflutartigen Regen begleitet. So fuhren, nein besser schwammen wir, Conny, Lars, Peter und ich, zum Rothschildpark.
Kaum sind wir am Park angekommen, waren wir schon pitschnass, ohne überhaupt etwas was getan zu haben. Zur allgemeinen Freude in unserem Team wurden dann auch noch von den "Frankfurter Entsorgungsbetrieben" eine ganze LKW-Ladung Mülltonnen angeliefert, die wir bei diesem Mistwetter im Park verteilen durften.
Aber auch diese Sintflut hatte nach gut einer Stunde ihr Ende gefunden und dank der kräftigen Junisonne trockneten unsere Kleider, aber auch die Parkanlage recht schnell. Somit war auch an das Aufstellen der Zelte zu denken.
Wenig später fuhr dann der LKW in den Park ein, der zum einem die erhoffte Verstärkung mitbrachte und zum anderem das Baumaterial im "Gepäck" hatte. So standen auch wenige Minuten später drei Fertigzelte, die u.a. als Büro eingesetzt wurden.
Auch der Aufbau des großen Zirkuszeltes war wegen der Ähnlichkeit zu einer Jurte und der guten Vorarbeit des "technische Dienstes" vom Pfadfinderzentrum Donnerskopf kein Problem. Sie haben bereits am Sonntag das dazu nötige Bauholz angeliefert und ein Loch für den Hauptmast in der Wiese ausgehoben.
Jetzt war die Zeit gekommen, die vielen grünweißen Bodenplatten in den Zelten zu verlegen. Eigentlich sollten sie den Rasen schonen, aber wegen den vielen Hundekot, der auf der Grünanlage verteilt war, taten die Platten auch aus menschlicher Sicht einen guten Dienst.
Hiermit waren alle notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen und wir trugen die im LKW gelagerten Kneipenutensilien in Form einer unendliche Ameisenkolonne in das Zirkuszelt.
Mit Einbruch der Dunkelheit waren die Arbeiten nicht abgeschlossen: Pfadfinderuntypisch mit elektrischen Licht ausgestattet bereitete Lars und sein Team den Aufbau der Singejurte vor. Ohne noch ein Teil der Jurte aufzustellen, knüpften sie viele einzelne Planen zusammen. So waren alle am Ende gespannt, ob diese organisatorische Meisterleistung auch am nächsten Morgen passte.
Nach einer für die Meisten viel zu kurzen Nacht, traf man sich am nächsten Morgen wieder auf dem Rothschildpark. Jetzt musste die Singejurte aufgestellt und eingerichtet werden, denn um Punkt 20 Uhr wollte Jakob die Kneipe für die vielen Helfer freigeben. Auch das große Zirkuszelt sah zu diesem Zeitpunkt eher nach einer Rumpelkammer, als nach einer gemütlichen Helferkneipe aus.
Dank der immer mehr eintreffenden Helfer aus den gesamten Bundesgebiet und der guten Vorarbeit von Lars, stand die Jurte in einen erstaunlich schnellen Tempo. Auch war das Bild, was man zu sehen bekam, imposant: Ein "kleines" Schwarzzelt umgeben von den mächtigen Wolkenkratzern der Finanzwelt. Einige scherzten, dass "Jurtown", das VCP-Bundeslager 2002 schon jetzt stattfand. (Anm: Eigentlich sollte dieses Bundeslager mitten in einer Stadt stattfinden, aber aus organisatorischen Gründen entschied man sich wieder für die ländliche Idylle bei Rehau.)
Ab Mittag wurde es immer hektischer und der Stundenzeiger der Uhr rückte immer bedrohlicher auf die "Deadline". Bis jetzt sah es nicht danach aus, als würde die Helferkneipe noch rechtzeitig vor der Eröffnung fertig. Dementsprechend breitete sich der Stress unter den Bauenden aus: In der Singejurte musste ein Teppich ausgelegt und eine Theke eingerichtet werden, im Zirkuszelt wollte Bodo seine mobile Küche unterbringen. Und dann stand noch die Band plötzlich vor der Tür und wollte proben.
Wäre da nicht die letzte Minute und das bisschen Glück im nimmer endenden Chaos... Sichtlich erleichtert eröffnete Jakob um Punkt acht die Helferkneipe mit einen aktuellen Videofilm, der Leistungen der Helfer zeigte. Danach gab die Band ein Irish Folk-Konzert.
Marc Forkmann