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Alltägliches Pfadfinderleben

Irgendwo klingelt ein Wecker - kurz nach 6. Arne, Bine und Katrin stehen auf, kurz danach auch Babsi. Arne, Bine und Katrin müssen zur Arbeit, Babsi geht noch zur Schule. Sie bemühen sich, leise zu sein, aber so recht gelingt ihnen das nicht. Außerdem ist die Küche gleich nebenan, durch die dünne Wand hört man immer wieder leicht unterdrücktes Gelächter. Ich freue mich, dass ich noch liegen bleiben kann, ich habe gerade Semesterferien. Als ich später wieder aufwache, sind auch Andi und Christof schon auf und suchen sich gerade ihr Frühstück in der Küchenjurte zusammen. Auch Timo kommt kurz nach mir in die Küche, nach dem Frühstück fährt er nach Hause - er schreibt gerade an seiner Diplomarbeit, da kommt er hier auf dem Borner Platz (ohne Strom, dafür mit einer Menge Ablenkung) nicht weiter.
Den Vormittag verbringen wir, die in dieser Woche nichts zu tun haben, auf Schaffellen auf der Wiese, lesen, spielen Gitarre oder unterhalten uns. Außerdem haben wir uns bereit erklärt, im Wald ein paar Stangen zu schlagen, da der Vorrat an Bauholz in letzter Zeit bedrohlich knapp geworden ist. Immerhin dürfen wir dafür umsonst auf den Platz.
Ich fahre irgendwann einkaufen; wir haben die recht verständliche Regelung, dass sich diejenigen ums Essen kümmern, die ihren Alltag auch tagsüber auf dem Platz verbringen. Mittags kommt Babsi wieder aus der Schule und verzieht sich ein Stück weiter, um ein paar Hausaufgaben zu machen. Später kommt Martin, auch aus der Schule. Gegen Abend kommen Katrin und Bine von der Arbeit, später kommen auch Andi und Timo wieder. Natürlich gehen wir nicht so früh ins Bett, wie es für die Frühaufsteher, die um 6 zur Arbeit müssen, eigentlich gut wäre oder wie sie es zu Hause machen würden. Schließlich kann der Rest morgen wieder ausschlafen, und letztendlich ist feiern ja spannender als schlafen...

Nach einer knappen Woche geht dieses Lager dann zu Ende, der Versuch, den Alltag auf dem Lagerplatz zu verbringen, alles wie sonst immer zu machen, außer eben in einer Jurte zu wohnen. Denn Pfadfinder sind wir auch im Alltag - also warum sollten wir nicht auch mal auf dem Lagerplatz wohnen, während wir tagsüber arbeiten? Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn manche wohl etwas weniger geschlafen haben, als sonst...

Björn Bernstein

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Stand: 29. Nov 2001 // Schinderhannes online / Übersicht / Erinnerungen / erinn-40.htm