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An einem Wochenende Anfang September geschah es, daß sich mal wieder zwei Hände voll von Studenten und älteren Schülern Freitags Abends auf dem guten alten Borner Lagerplatz trafen. Die meisten wußten, was sie erwarten würde.
Nun gut, man baute sich eine Jurte, sammelte Holz, schürte das Feuer, und bald saß man gemütlicher, als in Häusern möglich, um das Feuer, aß zu Abend, schwätzte. Später wurde ein wenig gesungen und plötzlich, völlig unüberraschend, tauchte auch noch der eine oder andere Wein auf. Und die Hektik der Woche war vergessen.
Am nächsten Morgen konnte man aufwachen, und das Feuer brannte bereits wieder, Wasser für Tee und Kaffee schon aufgesetzt. Ein ungehetztes Frühstück in den Schlafsäcken mit Blick über das Borner Tal aus der Jurte mit hochgehängten Seitenplanen.
Dann packte uns allerdings die Lust unsere verrückten Ideen das Vorabends wirklich werden zu lassen. Wir hatten uns vorgenommen eine Dreierjurte mit einem Außendreibock zu stellen, so daß keine eizige Stange in der Jurte steht. Ein riesiger Dreibock wurde gebunden, die Jurten geknüpft, Zweiböcke gebunden...
Und dann hieß es den Dreibock zu stellen: Mit drei 10 m-Stangen; wir waren zu zehnt. Aber kein Problem, wenn man weiß wie.
Man binde und lege den Dreibock, so daß die Stangen auseinander zeigen. Dann ziehe man die Mitte mit Hilfe eines Flaschenzuges an einer Stange nach oben, bis der Dreibock spitz genug steht. Das nun folgende Zusammenschieben, um ihn noch höher zu bekommen ist keine Mühe mehr.
Hier sieht man wieder den Reiz des Bauens großer Jurten: Das Zusammenspiel von cleveren Ideen, Kraft, Planung, Improvisieren und vor allem wirklichen Teamworks.
Und bald schon steht da ein riesiges schwarzes Zelt. Egal wie viele Jurtenburgen man schon gebaut hat, am Ende ist es immer ein kleines Wunder, wenn sie dann fertig ist. Oft klettert man dann unter irgendeinem fadenscheinigen Vorwand noch einmal hoch hinauf auf den Bock oder Turm. Das macht einfach viel zu viel Spaß.
Gegen Abend begannen wir dann für die, die zum Abend der Region kommen würden, Tschai und Chili zu kochen, Feuerholz zu machen und die Jurtenburg einzurichten. Dann kammen noch 30 Leute aus den Stämmen und wir hatten einen rauschenden langen Singeabend, für den wir dann am Sonntag Vormittag auch gerne noch abbauten.
Bis zum Mittag war wieder jeder zurück zu Hause. Schon war dieser Tapetenwechsel zu Ende.
Lars Dohse