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"Trifels" - einige von euch verbinden damit sicherlich vor allem die regelmäßige Bewerbung dieser Veranstaltung durch Lars und mich, schon fast ein halbes Jahr vorher. Für andere ist es eines der besten Singetreffen in Reichweite. Für erstere von euch möchte ich, überzeugter Anhänger der zweiten Gruppe, ein bisschen erzählen, was ihr euch da alljährlich entgehen lasst.
"Singen, Tanzen, Musizieren"
Jedes Jahr am ersten Oktoberwochenende treffen sich an die hundert Singebegeisterte aus verschiedenen Bünden und Verbänden am Fuße der Burg Trifels, um gemeinsam zu singen, zu tanzen und Musik zu machen. Und es wird tatsächlich viel gesungen, nahezu in jeder freien Minute wird irgendwo die Gitarre genommen und ein Lied angestimmt. Ich habe noch nirgendwo sonst eine Veranstaltung erlebt, bei der es so selbstverständlich ist, überall und ständig zu singen. Man lernt voneinander, neue Lieder, alte Lieder, mehrstimmig, im Kanon. Außer dem Singen wird natürlich auch noch mehr musisches angeboten: in den Arbeitskreisen tagsüber kann man diverse Sachen lernen oder basteln, oder auch einfach nur spielen. So gab es in diesem Jahr außer der Chor-AG eine Instrumente-Bau-AG, eine Tanz-AG, eine Kub-Spiel-AG und noch einige andere. Samstag Abend geht es dann hoch auf die Burg Trifels, wo im mittelalterlichen Burgsaal bei Kerzenschein viele der teilnehmenden Gruppen ihre Singebeiträge darbieten. Hier zeigt sich dann, dass zur Trifels wirklich viele gute Sänger und Sängerinnen kommen, die Beiträge sind überwiegend einfach beeindruckend. Zusammen mit der Atmosphäre im Burgsaal ist das jedes Mal ein unvergesslicher Abend, der allein die Anreise in die Südpfalz schon rechtfertigen würde. Allerdings ist der Abend danach noch nicht zu Ende: zurück im Trifels-Gymnasium, nach dem jedes Mal wieder abenteuerlichen Rückweg, steigt eine herrliche Singefeier. Es gibt Federweißer im Holzfaß und allerlei Leckereien, dazu eine beeindruckende Stimmung, ein Lied reiht sich ans nächste. Jeder Gitarrenspieler, der die langen Pausen zwischen zwei Liedern und Diskussionen, was gesungen werden soll, leid ist, wird hier seine Freude haben. Vielleicht auch deshalb, weil hier so viele Gitarrenspieler sind, dass gestresste Singerunden-Alleinunterhalter sich beruhigt zurücklehnen und berieseln lassen können. Bis in die frühen Morgenstunden wird gesungen und gefeiert, bevor man sich für die wenigen verbleibenden Stunden bis zum Aufstehen kurz hinlegt. Sonntags nimmt man erschöpft, aber glücklich und in der noch frischen Erinnerung an diesen unvergesslichen Abend und die einmalige Atmosphäre Abschied: Bis zum nächsten Jahr? Klar, natürlich komme ich wieder. Wer Trifels erlebt hat, weiß: Trifels ist die Veranstaltung, bei der man vorher schon weiß, dass man das nächste Mal wieder da sein wird.
Wieder zu Hause angekommen, schwelge ich in Erinnerungen, nicht bloß an dieses Wochenende, sondern auch an vergangene Fahrten und schöne Momente. Diese Veranstaltung schafft es jedes Mal wieder, eine Sehnsucht zu wecken, ein Fernweh, einfach den Rucksack zu packen und auf Fahrt zu gehen. Trifels ist der Ausbruch aus dem Alltag, aus dem alltäglichen, eingefahrenen Trott. Etwas, das wir als Pfadfinder von Zeit zu Zeit versuchen sollten.
Björn Bernstein