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Der Sonnenuntergang

Für nicht gerade wenige Sonnenuntergang im Taunus unter uns ist der Sonnenuntergang wohl der schönste Tagesabschluss. Gespannt schaut man auf den immer größer werdenden Feuerball, wie er unaufhörlich von der Erde verschlungen wird. Die letzten Sonnenstrahlen verlieren ihre wärmende Kraft und unvermeidlich bricht von Osten die Dunkelheit ein.

Schinderhannes online online nahm dieses romantische Schauspiel zum Anlass, den Sonnenuntergang genauer zu untersuchen.

Sonnenstand über der Horizontlinie Zeitpunkt nach Sonnenuntergang Erscheinung am Westhimmel Erscheinung am Osthimmel
+5º   gelber Abendschein letzte direkte Bescheinung
+2º   Abendröte: orange, rötlich, grünlich je nach Wetterlage Widerschein der Farben des Westhimmels
+1º   feuriges Abendrot über dem Horizont Kaminrot am Horizont
  Sonne gerade komplett untergegangen 1. Gegendämmerung
Auftauchens des Erdschattens
-1º     Höhepunkt des Alpenglühens
-2º bis -6º 10 bis 40 min 1. Purpurlicht erscheint, Hauptdämmerung, Erlöschen des 1. Dämmerungssegments, Ende der bürgerlichen Dämmerung Abglanz des Purpurlichts, stärkstes Nachglühen, 2. Gegendämmerung
-6º bis - 12º 40 bis 75 min Zwischendämmerung: das 2. Dämmerungssegment erscheint, gefolgt vom 2. Purpurlichts schwaches Nachglühen
-12º bis -18º 75 bis 120 min Erlöschen des 2. Purpurlichts gefolgt vom 2. Dämmerungssegment
Ende der astronomischen Dämmerung
Nachglühen vollständig erloschen.

Warum färbt sich die Sonne beim Untergang rot?

Das sichtbare Licht ist nichts anderes als eine Energiewelle mit den Wellenlängen von etwa 0,38 mµ (violett) bis etwa 0,78 µm (rot). Die Sonne sendet permanent weißes Licht aus, welches die Summe das menschliche Auge sichtbare Wellenlängenbereich, die Regenbogenfarben, bildet.

Unsere Atmosphäre stellt mit ihrem extrem kleinen Luftmolekülen ein "Hindernis" für die Lichtwellen dar. Vor allem das kurzwellige blaue Licht stößt besonders häufig mit den Molekülteilchen der Luft zusammen und wird zur Seite abgelenkt. Der blaue Himmel ist also das Streulicht der Sonne und die eigentlich weiße Sonne verfärbt sich wegen der fehlenden Blauanteile gelblich.

Mit zunehmender Dämmerung müssen die Lichtwellen immer weiter durch die Erdatmosphäre reisen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die blauen Lichtwellen abgelenkt werden an und nur noch die langwelligen roten Lichtwellen erreichen den Erdboden.

Wer will, kann Zuhause einen Sonnenuntergang selber simulieren: Dazu wird ein Aquarium (oder ein möglichst rechteckiges Glas), gefüllt mit Wasser, benötigt. Ferner braucht man eine Taschenlampe und etwas Milch.
Die Taschenlampe wird an das Aquarium gehalten und durch ständige Zugabe von ein wenigen Tropfen Milch verfärbt sich das Licht der Glühbirne von weiß über gelb in rot. Schaut man von der Seite auf den Lichtstrahl, so erkennt man das Himmelblau. Wie bei den Luftmolekülen werden auch hier die Lichtwellen durch die feinen "Milchteilchen" abgelenkt.

Der Sonnenuntergang aufs Foto

Vorne weg eine Warnung: Niemals bei Tageslicht direkt in die Sonne schauen. Auch nicht durch das Objektiv des Fotoapparates! Die Netzhaut des Auges kann irreparabel geschädigt werden. Daher bitte erst kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Lichtstrahlen ausreichend gedämpft sind, auf Motivsuche gehen.
Diese Warnung gilt ebenso für die Anwender einer modernen Digitalkamera, denn hierbei geht zusätzlich der extrem lichtempfindliche CCD-Chip kaputt.

Eine moderne Spiegelreflexkamera, aber auch zunehmend viele Modelle aus der Kompaktkamera-Klasse bieten eine Matrixbelichtungsmessung an. Ein integrierter Computer sorgt dafür, dass aus den Ergebnissen verschiedener integrierter Belichtungsmessern ein ausgewogenes Ergebnis ermittelt wird. So enstehen selbst unter schwierigen Ausleuchtungsbedingungen perfekte Bilder.

Bei der Aufnahme eines Sonnenunterganges, wo hinter einer dunklen Silhouette möglichst kräftige Rottöne dominieren sollen, ist die Matrixbelichtungsmessung eher ein Hindernis. Oft verfärbt sich der Sonnenuntergang wegen der vom Computer berechneten zu langen Belichtungszeit in einem hässlichen Grauton. Deswegen empfiehlt es sich, auf die mittenbetonte Spotmessung umzuschalten.

Wer die Dramatik des Motivs steigern will, kann mittels Wolken eines Sonnenuntergangs: ISO 200, 1/125s, 3.5, EV -2/3 Belichtungskorrektur das Foto etwas dunkler gestalten. Hier empfiehlt sich, Werte von -1/3 bis -2/3 EV zu verwenden. Vor allem das Rot auf den Wolken nimmt erheblich zu.
Steht die Belichtungskorrektur nicht zur Verfügung, so kann bei gleicher Blende die Verschlusszeit etwas verkürzt werden.
Ist man unsicher, so sollte man die Belichtungsreihe der Kamera anwenden. Die Kamera macht hierbei drei verschieden belichtete Aufnahmen vom selben Motiv und nach der Entwicklung kann man sich für ein gelungenes Bild entscheiden.

Zum Schluss noch ein Tipp für die Besitzer einer Digitalkamera: Viele Modelle ermöglichen Intervallaufnahmen im Takt von einer Minute. In diesem Fall sollte man sich vorher kundig machen, wo und wann mit dem Sonnenuntergang zu rechnen ist.
Etwa 20 Minuten vor Sonnenuntergang montiert man die Digitalkamera auf ein Stativ und richtet sie entsprechend aus. Anschließend stellt man mindestens 30 Aufnahmen im Takt von einer Minute in der Kamera ein, löst aus und lässt sie eine halbe Stunde in Ruhe stehen.
Wer dann noch Lust und Zeit hat, kann die Einzelbilder zu einem Kurzfilm (69kB) zusammenschneiden.

Marc Forkmann

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Stand: 13. Okt 2002 // Schinderhannes online / Übersicht / Service / wetter-03.htm